Rezensionen

5,0 von 5 Sternen  Bösenschreck kann’s nicht lassen

Von buecherwurm1310      28. August 2015

Ex-Kommissar Bösenschreck ist ungewöhnlich, denn welcher Kommissar gehört schon zur Gattung Hund. Da sitzt er nun in seinem Zwinger, selbst wenn es durch die Hochzeit mit der wohlhabenden Barbarella ein goldener ist. Einerseits schlimm, dass er sich auf die Jagd nach dem „Familienschatz“ machen muss, andererseits raus dem goldenen Käfig – yippieh, ein guter Grund rückfällig zu werden. Kommissar Butscher zeigt nicht genug Engagement, da kann nur Bösenschreck sich auf die Jagd machen. Dann aber wird er selbst zum Gejagten.
Die Geschichte ist so wundervoll erfrischend geschrieben und hat mich begeistert. Daher werde ich mit jetzt auch den Vorgängerband “Hasenpfeffer” zulegen. Die tollen Zeichnungen im Buch unterstreichen die Geschichte sehr humorvoll. Den Dieb hatte ich recht schnell ausgemacht, aber es passieren ja auch noch Morde und die Geschichte wird doch vertrackter als vermutet, so dass ich menschlicher Leser mich durch den tierischen Ex-Kommissar auf die Spur bringen lassen musste. Dass alles geht natürlich nicht hundeernst zu, sondern ist sehr witzig, denn allzu gerne werden menschliche Unzulänglichkeiten auf die Schippe genommen.
Die Figuren sind sehr gut dargestellt mit ihren Besonderheiten und Eigenarten. Bösenschreck ist clever und gewitzt.
Ich habe mich sehr gut unterhalten und freue mich auf neue Fälle mit Bösenschreck.
Witzig und spannend.

 

5,0 von 5 Sternen Rezension zu “Bärenklau”

Von Zsadista   25. August 2015

Ex-Kommissar Bösenschreck könnte es so schön haben. Da er aus kriminellen Gründen seinen Dient quittieren musste lebt er jetzt mit seiner Frau in Ruhe und Wohlstand. Müsste er nicht immer mit ihr auf jede kulturelle Veranstaltung, die seine Frau Barbarella finden kann. Doch dann geschieht das unfassbare. Bösenschrecks Eltern wird ein immens wertvolles Buch gestohlen. Doch da Kriminalkommissar Butscher keine Einbruchsspuren findet, hackt er den Fall einfach ab. So etwas passiert doch nicht Bösenschrecks Eltern! Der Ex-Kommissar riecht die Lunte und macht sich selbst auf den Weg, das Buch wieder zu finden. Und dann passiert auch schon der erste Mord.

„Bärenklau“ ist ein sogenannter Hundekrimi. Und der zweite Krimi aus der Hand des Autors Ralf Waiblinger. Die Protagonisten sind allesamt Tiere. Zum Anfang des Buches findet man eine Auflistung „Der Mitspieler“. Dort sind die Namen, Eigenschaften und ein Bild gelistet. Bis ich alleine da durch war, hatte ich schon ein Grinsen ins Gesicht gemeißelt. Herrlich, darauf muss man erst einmal kommen. Im Buch selbst befinden sich dann auch weitere Illustrationen. Ich fand dies sehr gelungen. Am Ende findet man dann auch noch ein kleines Wörterbuch „Kastalonisch für Anfänger und Fortgeschrittene“.

Der Autor hat es geschafft, tolle Protagonisten mit Fell und Federn zu erschaffen. Der Krimi war spannend und flott geschrieben. Der Humor kam natürlich auch nicht zu kurz. Spekulatius Bösenschreck war einfach einmalig. Auch über die ganzen Wortspiele musste ich ständig schmunzeln.

Das Buch ist zwar in große Kapitel geteilt, hat aber sehr viele Unterpunkte. Daher lässt sich das Buch recht schnell und flüssig lesen.

Wer einen Krimi mit Humor und schrägen Protagonisten mag, liegt hier 100%ig richtig! Ich kann „Bärenklau“ nur weiter empfehlen.

 

5,0 von 5 Sternen   Bärenklau

Von dorli    20. August 2015

Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck ist seit einem halben Jahr nur noch Vorzeigeehemann – seine Frau Barbarella Piepenbringts schleppt ihn von einer kulturellen Veranstaltung zur nächsten.
Als seinen Eltern ein wertvolles Backbuch gestohlen wird und Kriminaloberkommissar Butscher, Bösenschrecks Nachfolger bei der Kripo, wegen fehlender Einbruchsspuren keinen Handlungsbedarf sieht, erwacht Bösenschrecks Ermittlerherz zu neuem Leben. Er bricht aus seinem goldenen Käfig aus und macht sich auf die Suche nach dem gemeinen Dieb. Als einige Rezepte aus dem gestohlenen Buch in einer Kochshow präsentiert werden und kurz darauf ein Mord geschieht, nimmt der ganze Fall richtig Fahrt auf…

„Bärenklau“ ist bereits der zweite Fall für den ehemaligen Kriminalhauptkommissar Spekulantius Bösenschreck, dieser Krimi ist aber auch ohne Kenntnis des ersten Bandes bestens verständlich.

Ralf Waiblinger erzählt den Hundekrimi mit viel Schwung. Es geht in diesem Buch frisch, locker und lebhaft zu, der Autor beschreibt detailreich und mit viel Humor Bösenschrecks einfallsreiche Ermittlungen. Die Dialoge sind mit ganz viel Wortwitz gespickt, den Protagonisten wurden viele lockere Sprüche in den Mund gelegt und es gibt reichlich Situationskomik. Darüber hinaus wartet die sprachlich ausgefeilte Geschichte mit zahlreichen Anspielungen und allerlei Doppelsinnigem auf und die gut durchdachte Krimihandlung lädt zum Miträtseln und Mitraten ein – das Lesen macht einfach Spaß.

Der Clou in diesem Buch sind ganz eindeutig die wunderbaren und zum Teil recht skurrilen tierisch-menschlichen Figuren. Ich habe mich über die humorvoll dargestellten Eigenarten und Besonderheiten der Akteure und ihr lebhaftes Zusammenspiel köstlich amüsiert.

Sehr gut gefallen haben mir auch die in lockeren Abständen eingestreuten Illustrationen, die die turbulente Szenerie ganz herrlich veranschaulichen. Ein vorangestelltes Mitspieler-Verzeichnis inklusive Profilzeichnungen und ein kleines Wörterbuch Kastalonisch – Deutsch im Anhang runden das Buch perfekt ab.

„Bärenklau“ ist ein äußerst spaßiger Krimi, der wunderbar kurzweilige Unterhaltung bietet.

 

4,0 von 5 Sternen

Ein saustarker Hundekrimi mit skurrilen Figuren, ausgezeichneter Story und verblüffenden Ähnlichkeiten!

Von kassandra10     9. August 2015

In diesem Hundeleben hat sich der Expolizist Bösenschreck etwas mehr Ruhe und ein beschaulicheres Leben dank seiner wohlhabenden Ehefrau Barbarella erhofft. Doch dann wird ausgerechnet ein bekannter Fernsehkoch ermordet und seine Eltern geraten in Verdacht, da sein Nachfolger Butscher von seinem Job überhaupt keine Ahnung hat. Einzig Fitzelkrams, seine verbliebene Informationsquelle in der Forensik scheint ihm wohlgesonnen und unterstützt ihn bei seinen eigenen Ermittlungen. Doch hier geht es nicht nur um Mord, es geht um die gute alte Mafia, offene Rechnungen, Rache und um viel Geld!

Ein saustarker Hundekrimi mit skurrilen Figuren, ausgezeichneter Story und verblüffenden Ähnlichkeiten!

 

5,0 von 5 Sternen Tod eines Promibäckers

Von Taluzi     9. August 2015

Bösenschreck ist verheiratet und nicht mehr im Polizeidienst aktiv. An der Seite seiner reichen Frau Barbarella besucht er jede Menge kulturelle Veranstaltungen. Das Leben könnte so friedlich sein, wenn nicht das Rezeptbuch seiner Eltern verschwunden wäre. Seine Eltern betreiben eine alte Familienbäckerei und hüteten-schnurrend das Familien-Rezeptbuch wie einen Schatz. In Bösenschreck ist der Jagdinstinkt geweckt. Bösenschrecks Ermittlungen führen ihn zu alten Bekannten, zürnen den Unmut seiner Frau und bringen ihn in illegale Machenschaften.
Ergebnis: Mord an einen Promibäckers!
Das alles wegen einem alten Familien-Rezeptbuch? Oder steckt mehr dahinter?
Endlich ist „Bärenklau“, der Nachfolger von „Hasenpfeffer“ da! Man muss nicht unbedingt „Hasenpfeffer“ zuerst lesen, aber ich kann mir vorstellen, das es hilft, schneller mit den Charakteren vertraut zu werden (außerdem ist „Hasenpfeffer“ einfach lesenswert!).
Am Anfang des Buches „Bärenklau“ gibt es aber auch ein Personen- äh Tierregister, damit der Leser sich vertraut machen kann mit den Charakteren oder zwischendurch noch mal nachschlagen kann. Das tolle daran, waren die Bilder, so dass man den Namen gleich mit dem Bild verbinden konnte und beim Lesen diese Figur vor Augen hatte.
Die Illustrationen in Bärenklau stammen alle aus der Feder des Autors Ralf Waiblingers. Besonders gut gefallen hat mir das Bild auf Seite 293: Fitzelkram und Bösenschreck treffen sich am Brunnen. Eine Szene, die inhaltlich übrigens nicht nach meinen Vorstellungen verlief. 😉 Aber das müsst ihr selber lesen.
Der Schreibstil ist amüsant, intelligent und abwechslungsreich. Da musste ich als Leser hellwach sein, z. B. bei Iwan dem Nuschler, Seite 65: „Hör schu. Vorscheeschtern isch scho’n schniesche auschehender Kerl ausch Kaschtalonien hier anscheschommen.“
Oder ich amüsierte mich über Redewendungen, wie „… dass Sie hinterlistiger Fuchs mich hinters Licht geführt haben“ oder Wortkreationen, wie „Eichellikör“ und Namengebungen, wie Dietrich Riegelein für einen Mitarbeiter des städtischen Schlüsselnotdienstes.
Mein Kopfkino kannte beim Lesen keine Grenzen.
Bei dem Gespräch zwischen den Gerichtsmedizinern Messerschmitt und Fitzelkrams ab Seite 244 musste ich an die Gerichtsmediziner Boerne und Heller aus der Sendung Tatort denken: zu köstlich!
Durch Schokues Kochsendung und Anspielungen zu anderen Sendungen oder bekannten Namen war es ein spaßiger Wiedererkennungsfaktor.
Die Geschichte in Bärenklau ist spannend konsturiert. Mir ging es ähnlich wie Kriminaloberkommissar Butscher, ich hatte einen Verdächtigen und ein Motiv nach dem anderen, aber der wahre Täter glitt mir lange durch die Finger.
Listige Wendungen, verwirrende Verfolgungen und kriminelle Machenschaften machten das Lesen spannend.
Ein Lesemuss!!!

 

5,0 von 5 Sternen Eine kriminalistische Tierfabel

Von Schneeapfel    6. August 2015

Die Story:
Der Krimi handelt von Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck, der in ziemliche Schwierigkeiten gerät. Grund dafür ist der Diebstahl des Familienschatzes seiner Adoptiveltern, die eine bekannte Konditorei führen. Bei dem Diebesgut handelt es sich um das Backbuch, mit den geheimen Rezepturen für die Leckereien. Bösenschrecks Nachfolger Butscher spielt den Diebstahl hinunter und verweigert die Ermittlungen. Er ist er Ansicht, dass das Buch schlichtweg verlegt wurde und sicher wieder auftaucht.
Infolge des Diebstahls ereignen sich einige Mordfälle. Es ist kaum zu glauben, welche Turbulenzen ein „einfaches“ Backbuch auslösen kann! Kann Spekulantius das Backbuch wieder finden? Wer ist an den zahlreichen Mordfällen schuld?

Meine Meinung:
Der „Hundekrimi“ bringt frischen Wind in die sonst klassische Krimilandschaft. Durch einige Zeichnungen des Autors wird die Vorstellungskraft der Handlung beim Leser gefördert. Die Szenen bleiben länger und intensiver in Erinnerung. In meinen Augen ist das Werk eine kriminalistische Tierfabel, da die Protagonisten sprechen und stellendweise auch belehrend wirken.
Das „Who is who“ am Anfang des Romans erleichtert dem Leser den Einstieg in die Handlung. Die wichtigsten Personen werden charakterisiert und es stellt sich heraus, dass es sich nicht nur um Hunde dreht. Es kommen auch Pferde, Hasen oder Hamster vor.
Besonders gut gelungen finde ich die zahlreichen Wortspiele. Der Hamster wird beispielsweise als „hamsternder Messie“ dargestellt.

FAZIT:
Ein besonderer Krimi, der sich in vielerlei Hinsicht von seinen klassischen „Artgenossen abhebt.

 

5,0 von 5 Sternen    Bärenstarker Hund zurück auf der Krimi-Bühne.

Von Brilli 5. August 2015

Wäre Spekulantius Bösenschreck nicht ein Malheur passiert, als er den Luggeleskäskuchen für seine Gattin Barbarella backen wollte, hätte er sich nicht in sein Auto schwingen müssen, weil er zum Stammhaus der Zuckerbäcker Koriander fahren musste, um Ersatz für die missglückte Torte zu holen. Und dort erschien er zur rechten Zeit, denn was er vorfand, war selbst für ihn, den harten Hund, eine zutiefst erschütternde Situation. Die Katzen, Margarina und Oblabert Koriander, seine Adoptiveltern, saßen innerlich gebrochen und in Tränen aufgelöst vor ihrem geöffneten Safe. Auf den ersten Blick schien es ihm, als sei alles Wichtige noch vorhanden, bis seine grauen Zellen eine entsetzliche Wahrheit registrieren mussten: es fehlte der Schatz der Familie, das Werk, auf dem die ganze Dynastie aufgebaut war. Das Koriandersche Familienbackbuch war Opfer eines schnöden Diebstahls geworden, das Geheimnis zur Herstellung duftender, süßer Spezialitäten war jäh der Exklusivität entrissen und nun vermutlich in den respektlosen Händen gewinnsüchtiger Banausen, eine hundsgemeine Tragödie unabsehbaren Ausmaßes. Der elterliche Katzenjammer griff Spekulantius ans Herz, und die beleidigende Gleichgültigkeit, mit der sein Nachfolger, Kommissar Butscher, dieses Verbrechen registrierte, sorgte für die Auferstehung aller kriminalistischen Instinkte, die während seiner Ehe mit Barbarella Piepenbringts im tatenlosen Wohlstand vor sich hingedümpelt hatten. Seine Spürnase hatte schnell wieder Witterung aufgenommen, sein Jagdinstinkt war immer noch ungebrochen, wie zu der Zeit, als er einer verbrecherischen Hasenbande eine gepfefferte Breitseite geboten hatte. Seine Methoden waren auch jetzt wieder ungewöhnlich, wenn auch ab und zu sogar legal. Als dem dreisten Raub allerdings noch ein Mord folgte, der offensichtlich in enger Verbindung zu der entwendeten „Feinschmecker-Bibel“ stand, hatte der furchtlose Ermittler im Handumdrehen selbst die Meute im Genick, die ihm das Fell über die Ohren ziehen wollte, und das würde er sicher nicht unbeschadet überleben. Gehört er, wenn am Ende das „große Halali“ erklingt, auf die Seite der Sieger oder haben die Bösewichte ihn „zur Strecke“ gebracht?
Wieder einmal ist hier im Waiblingerschen Atelier ein besonderer Tierkrimi entstanden, dessen kunterbunte Personen – so möchte ich sie einfach gerne bezeichnen – in Worten und Bildern für absolut unterhaltsamen Lesegenuss sorgen.
Abgesehen von der passenden Namensgebung für die Protagonisten, die sich den Lesern ironisch, intelligent und ausgezeichnet beobachtet erschließt, überzeugt der flüssige, gewandte Schreibstil des Autors. Die flott angelegte Handlung ist voll Spannung, Humor und schlagfertigem Witz, der den liebenswerten Hauptdarstellern – wie uns die phantastischen Skizzen zeigen – wunderbar zu Gesicht steht.
Um im literarisch-fabulierenden Metier des Buches zu bleiben, möchte ich zum Schluss sagen, dass es nicht das geringste Fitzelchen in diesem Roman herauszukramen gibt, das mir nicht gefällt – ich fände selbst dann keines, wenn ich es mit der Lupe suchen würde.
Aber diese Erfahrung sollten Sie selbst machen. Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen.

 

5,0 von 5 Sternen     Tierischer Krimispaß mit vielen Ideen

Von matheelfe     TOP 500 REZENSENT      am 1. August 2015

Pane ist aus dem Gefängnis ausgebrochen. Er hat einen neuen Plan, zu dem er Blume, der sich jetzt van Easterhazy nennt, braucht.
Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck soll für die Party seiner Frau Barbarella einen Kuchen backen. Leider geht das schief. Deshalb macht er sich auf den Weg zu seinen Pflegeeltern, die eine Bäckerei führen. Doch sein Vater Oblabert Koriander ist tief getroffen. Sein geheimes Kochbuch wurde aus dem Safe entwendet. Der neue Polizeikommissar Butscher interessiert sich nicht für den Fall. Da es keinerlei Einbruchspuren gibt, weder am Haus, noch am Safe, wird der Bäcker das Buch wohl verlegt haben. Bösenschreck nimmt deshalb allein die Ermittlungen auf.
Die Geschichte wird zum großen Teil aus der sich von Bösenschreck erzählt. Der Autor hat einen humorvollen tierischen Krimi geschrieben. Die Protagonisten sind alle Tiere. Bösenschreck ist ein Hund, seine Pflegeeltern Katzen. Schon diese Konstellation sorgt für eine abwechslungsreiche Geschichte.
Das Buch lässt sich flott lesen. Ursache dafür sind die vielen ungewöhnlichen Einfälle, die komplexen Beziehungen zwischen den Protagonisten und der besondere Schriftstil.
Die sprachliche Umsetzung ist ein Hochgenuss. Das geht schon damit los, dass die Namen der Protagonisten nicht zufällig gewählt wurden, sondern Programm sind. Manche der Namen erinnern gekonnt an wirkliche Personen, besonders wenn es um das Thema Fernsehen geht. Hier werden einige Sendungen gezielt auf die Schippe genommen. Es zeigt sich, dass der Grat zwischen fast „berühmt“ und „rausgeschmissen“ sehr schmal ist.
Bösenschrecks Ehe mit Barbarella, einem Seehund, offenbart auch immer mehr ihre Schattenseiten. Wer das Geld hat, bestimmt, wo es langgeht!
Trotz der ungewöhnlichen Protagonisten ist die Geschichte ein spannender Krimi. Wilde Verfolgungsjagden und spitzfindige Irrwege lassen das Mitraten zum Vergnügen werden. Butscher ist heillos überfordert. Seine Halbbildung führt außerdem dazu, dass ich als Leser meine Kenntnisse von Zitaten und Sprichwörtern eifrig überprüfen konnte. Neben Bösenschreck gibt es einen weiteren Protagonisten, der mit Pane noch ein Hühnchen zu rupfen hat. Und auch Panes Freunde und Helfer trauen ihm nicht über den Weg.
Der Schriftstil sorgt für abwechslungsreiches Kopfkino. Immer neue Kleinigkeiten am Rande der Ermittlungen zaubern ein Schmunzeln auf die Lippen. Einerseits treiben ausgefeilte Dialoge das Geschehen voran, andererseits wird in Gesprächen mehr angedeutet als ausgesprochen. Das sorgt für Abwechslung im Sprachstil..
Im Buch befinden sich einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen. Sie veranschaulichen das Geschehen auf humorvolle Weise und geben das besondere Flair der Geschichte ausgezeichnet wieder. Auf den ersten Seiten werden sämtliche Protagonisten mit Zeichnung und kurzem Steckbrief vorgestellt.
Das Cover weist gekonnt auf einen Schwerpunkt der Handlung hin.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Dazu hat neben der vielschichtigen Handlung auch der ironische Stil beigetragen.

 

5,0 von 5 Sternen Ein geklautes Backbuch

Von Lesezeichen16        29. Juli 2015

Ex- Kommissar Bösenschreck möchte in der Bäckerei seiner Adoptiveltern nur einen Luggeleskäsekuchen kaufen und als er dort ankommt erfährt er, dass das Familienbackbuch gestohlen worden ist. Am Safe, wo es immer aufbewahrt worden ist, sind keinerlei Einbruchspuren zu entdecken. Wo ist es bzw. wer hat es entwendet? Sein Nachfolger Kriminaloberkommissar Butscher zeigt wenig Interesse an diesem Fall. Bösenschreck, der seinen Dienst quittiert hat, kann es nicht lassen, er fängt mit seinen Ermittlungen an und folgt jedem noch so kleinsten Hinweis’

Bärenklau von Ralf Waiblinger ist zwar der zweite Fall von Bösenschreck. Da ich Hasenpfeffer (noch) nicht gelesen habe, war es mich der erste. Dieses Buch konnte ich ab der ersten Seite nicht aus der Hand legen, denn der flüssige, leichte und mit schwarzem Humor gepaarte Schreibstil ließ es einfach nicht zu. Ich flog regelrecht durch die Seites und begab mich ebenfalls auf die Jagd nach dem Täter. Was mir allerdings nicht gelang, denn die Krimihandlung ist sehr gut ausgefeilt und durchdacht worden. Dadurch dass es so viele Handlungen und Verwirrungen gibt, wird der Leser immer wieder auf eine Fährte gelockt bzw. geschickt, die sich dann als falsch entpuppt und somit bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten. Immer wieder gibt es wortwitzige Handlungen und Dialoge, so dass der Leser bestens unterhalten wird und für den einen oder anderen Lacher ist gesorgt. Langeweile? Kennt dieses Buch nicht. Die wunderschönen Illustrationen geben der Geschichte den letzten Pfiff. Dieses Buch ist auch ein Hingucker!

Was mir sehr gut gefallen hat, dass am Anfang der Geschichte alle Mitwirkenden Figuren vorgestellt werden und somit kann der Leser immer wieder schnell darauf zurückgreifen kann, wer wer ist. Auch wenn es sich hierbei um eine tierische Kriminalsatire handelt, ist dies nicht immer zu merken. Bösenschreck und Co. sind mit so vielen menschlichen Zügen bedacht worden, so dass man schnell vergaß, dass hier sich hierbei um einen Hundekrimi handelt.
Wer möchte kann am Ende dieses Buches sein katalonisch ein wenig aufbessern, denn dort findet man einen kleinen Sprachkurs für Anfänger und Fortgeschrittene.

Bei diesem Buch stimmt von A-Z alles und danke für die allerbeste, lustigste und spannendsten Unterhaltung. Es war ein purer Lesegenuss und ich wünsche mir mehr von diesen Krimis.

5 Sterne (sorry, mehr kann ich leider nicht vergeben)

 

4,0 von 5 Sternen       Eine tierische Backbuchaffäre

Von peedee     28. Juli 2015

Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck, ein Hund, sieht sich gezwungen, erneut zu ermitteln, als das Backbuch der Familie Koriander gestohlen wird. Wegen eines Backbuches? Ja, denn es geht um den Back-Almanach schlechthin – die geheimen Backrezepte seiner Eltern, den Zuckerbäckern Oblabert und Margarina Koriander. Doch aus dem Diebstahl wird plötzlich ein Mordfall, zudem tauchen einzelne Rezepte im Fernsehen auf! Kann Bösenschreck den Fall lösen?

Erster Eindruck: Witziges Cover mit einem Bären als Bäcker (den ich aber zuerst fälschlicherweise für einen Hund gehalten habe); links im Bild ist noch jemand versteckt, der ein Nudelholz schwingt. Im Untertitel steht „Ein Hundekrimi“ – spannend. Die Inhaltsbeschreibung macht Lust auf mehr. Es hat etliche Zeichnungen im Buch; zudem werden die Protagonisten auf den ersten Seiten vorgestellt.

Dies ist der zweite Band über den Ex-Kommissar Bösenschreck. Für mich ist es das erste Buch des Autors und auch das erste Buch überhaupt, in dem sämtliche Mitspieler Tiere sind. Auch ohne den ersten Band zu kennen, lässt sich die Geschichte gut lesen.

Der Autor und Zeichner sprüht nur so von Wortwitz und Phantasie. Es sind viele unterschiedliche Tiere dabei, z.B. Hund Bösenschreck, der mit Seehund Barbarella Piepenbringts verheiratet ist. Seine Adoptiveltern sind Katzen, es gibt das Wildschwein Meingold Schnallentritt, der Nachtclubbesitzer ist, die attraktive Gans Zuzi, Tochter eines Metzgers, usw.

Witzige Beschreibungen, wie z.B.
– kulinarisches Waterloo
– eine konditoriale Katastrophe sakralen Ausmasses
– Fräulein Lupine Fitzelkrams (ein Pferd), ein Workaholic und ein Arbeitspferd vor dem Herrn
– liebevoll gehegte Wollmäuse
– davonlaufende Einschaltquoten wie zerlassene Butter
– Hinweise auf Big Brother oder das Dschungelcamp für B-Promis
– Co-Moderator Guy Pfläumchen (Kai Pflaume)

Die ganze Zeit über gibt es viele unerwartete Ereignisse, sogar noch auf den letzten paar Seiten. Alleine für die Phantasie, die jemand haben muss, um so etwas schreiben und zeichnen zu können, würde ich klar 5 Sterne vergeben. Aber – natürlich gibt es ein Aber –, muss ich einen Stern abziehen, da ich mich mit den vielen Protagonisten, ihren Namen (auch angeheiratete Namen oder Gangsternamen) und den Handlungssträngen doch etwas schwer getan habe. Für mich zu viel auf einmal. Trotzdem eine klare Leseempfehlung von mir und ein herzliches Dankeschön für unterhaltsame Lesestunden.

 

5,0 von 5 Sternen     Der Familienschatz

Von Monika Schwarz      28. Juli 2015

Ex- Kommissar Bösenschreck hat der Polizei den Rücken gekehrt, finanziell muss er sich keine Gedanken machen, da er reich eingeheiratet hat , auch wenn er dafür nun unterm Pantoffel steht.
Für seine Frau möchte er in der elterlichen Zuckerbäckerei eine Kleinigkeit abholen, als er das Chaos entdeckt. Sein Vater sitzt völlig hilflos vor dem geöffnetem Safe, aus dem nichts zu fehlen scheint, alle Wertgegenstände sind noch da. Allerdings wurde der Familienschatz gestohlen! Dabei handelt es sich um ein Familienbackbuch und das ist der Bäckersfamilie das Allerheiligste.
Kommissar Butscher soll sich der Sache annehmen, doch dieser ist reichlich arbeitsscheu und versucht sich gerne vor Arbeit zu drücken. Er ist der Meinung, dass das Buch wohl eher verlegt wurde und nicht gestohlen sei.
Das hingegen kann Bösenschreck nicht auf seiner Familie sitzen lassen! Er steigt in alter Manier wieder in die Polizeiarbeit ein und ermittelt kurzerhand selber. Bösenschreck hat jedoch nicht damit gerechnet, dass er nicht nur Jäger sondern auch Gejagter werden wird.

Das Buch ist sehr lustig geschrieben, die Dialoge sind teilweise etwas überspitzt, was der ganzen Sache aber noch das Sahnehäubchen gibt.
Die Handlung ist sehr gut aufgebaut, so dass der Leser lange ( bis zum Ende) die Chance hat , zusammen mit Bösenschreck zu ermitteln und Vermutungen, die der Leser anstellt, werden meist auf der nächsten Seite schon wieder widerlegt.
Es macht sehr großen Spaß die in der Handlung versteckten oder eingebauten Anspielungen auf Menschen und deren Umfeld zu entdecken.

Fazit: Mit diesem Krimi wird es nie langweilig und die Lachmuskeln werden reichlich strapaziert.

 

5,0 von 5 Sternen     Ein tierisches Lesevergnügen!

Von beastybabe        28. Juli 2015

Die Geschichte:
Ex-Kommissar Bösenschreck, der inzwischen sein Dasein eher als handzahmes Schoßhündchen unter der Fuchtel seiner Frau Barbarella verbringt, gerät in unerwartete Schwierigkeiten. Eigentlich wollte er nur kurz in der elterlichen Bäckerei etwas abholen, doch er platzt mitten in den größten Katzenjammer hinein: aus dem streng verschlossenen Safe wurde das geheime Familienbackbuch gestohlen. Und das Schlimmste: Bösenschrecks Nachfolger Butscher will nicht ermitteln, denn es geht ja schließlich “nur” um ein Backbuch.
Dass sich aus diesem Diebstahl einige Mordfälle, spektakuläre Verfolgungsjagden über Landesgrenzen und einige verwirrende Verstrickungen ergeben, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen …

Meine Meinung:
Als absoluter Hundefan war ich natürlich sofort Feuer und Flamme, als ich von diesem “Hundekrimi” gehört habe. Dieses Buch musste ich unbedingt lesen – und ich wurde nicht enttäuscht.

Zunächst war ich etwas überrascht, als sich herausgestellt hat, dass hier keinesfalls nur Hunde eine Rolle spielen, sondern dass die Figuren extrem vielfältig sind: hier ist alles vertreten vom Hamster bis zum Krokodil.
Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck ist beispielsweise hündischer Adoptivsohn eines Katzen-Ehepaars und verheiratet mit einer Seehunddame. Ein fröhliches Durcheinander, das uns der Autor mit einem genial bebilderten “Who is who” am Anfang des Buches gleich wundervoll näherbringt.

Apropos Bilder: immer wieder sind wundervolle Illustrationen einiger Szenen eingefügt, die zusätzlich dafür sorgen, dass man sich alles prima vorstellen kann.
Wobei das beim sehr detaillierten, atmosphärischen Schreibstil des Autors eigentlich gar nicht nötig wäre, denn man ist sowieso sofort mitten im Geschehen und alles läuft wie ein Film vor dem inneren Auge ab.

Zunächst hatte ich zwar noch etwas Schwierigkeiten mit den ungewöhnlichen Namen und den verschiedenen Spezies der Figuren (wobei das Personenverzeichnis natürlich da schnell weiterhilft), aber im Lauf der Geschichte lernt man sie alle kennen – und wer schon den ersten Teil “Hasenpfeffer” kennt, der wird hier sowieso auf viele liebgewonnene alte Bekannte stoßen.

Während der Anfang der Krimistory noch eher ruhig auf mich wirkte, geht es in der zweiten Hälfte des Buches sehr action- und ereignisreich zur Sache. Verwirrend viele Verdächtige bringen nicht nur den ermittelnden Kommissar Butscher an seine Grenzen, sondern auch als Leser kann man prima mitraten und sich den Kopf zerbrechen. Der Schluss war dann sehr überraschend für mich, aber alles wurde sehr stimmig aufgeklärt.

Besonders toll an diesem Buch sind die vielen Wortspielereien rund um die ungewöhnlichen Charaktere. Und irgendwie bekommt auch jede Figur ihren besonderen Auftritt, der ihr quasi auf den Leib geschneidert ist. So wird ein Hamster zum “hamsternden” Messie, ein Wildschwein ist der Besitzer eines “schweinischen” Nachtclubs oder ein Maulwurf wühlt sich als Beamter gern fleißig durch seine Aktenberge.

Fazit:
Ein humorvoller Krimi mit ungewöhnlichen Figuren und tollem Wortwitz, der mit einer spannend-verwirrenden Story und viel Action überzeugen kann. Einfach loslesen, schmunzeln und sich drüber freuen!

 

5,0 von 5 Sternen     Underdog

Von Jarmila Kesseler     TOP 1000 REZENSENT       26. Juli 2015

Gefangen in einer Zweckehe in der feinen Gesellschaft, flieht Ex-Kommissar Bösenschreck – ein Hund – aus seinem goldenen Käfig, als der Familienschatz seines Vaters entwendet wird. Durch einen Mord wird aus dem vermeintlichen Diebstahl eine Affäre von enormem öffentlichen Interesse. Bösenschrecks unkonventionelle Ermittlungen machen den Wadenbeißer selbst zum Gejagten. Gelingt es ihm, die Übeltäter zu entlarven und sich aus der Schusslinie zu bringen?

Leseeindruck:

Mit “Bärenklau” liegt uns nach “Hasenpfeffer” der zweite tierische und fabelhafte Hundekrimi von Autor und Illustrator Ralf Waiblingen vor. Obwohl ich den Vorgängerband nicht gelesen hatte, war ich schnell warm mit den tierischen Protagonisten, von denen es zwar etliche gibt, diese aber vorneweg wunderbar illustriert dem Leser bildlich und namentlich vorgestellt werden. Dank dieser Hilfe bin ich auch immer froh nach vorne blättern zu können, wer wer ist, bis man alle Figuren sortiert hat – gerade bei so vielen Figuren.

Hauptfigur ist Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck. Seit seiner Heirat mit Barbarella Piepenbringts – der Name scheint Programm zu sein – hat er eine Arbeit auch finanziell nicht nötig. Doch dann wird seine Spürnase erneut geweckt, denn der Familienschatz – ein Back-Almanach- seines Vaters wird aus dem Safe entwendet. Das Allerheiligtum der Familie. Als dann noch ein Mord geschieht beginnt eine wahre Hetzjagd …

Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und erinnert mich Dank der sprechenden Tiere immer auch ein wenig an Fabeln, in denen die Tiere ja nicht nur sprechen können, sondern auch menschliche Gefühle und Empfindungen entwickeln. Hier sogar sehr intensiv. Voller Wortwitz, subtilen und schwarzen Humor führt uns der Autor durch den Fall. Und da der Autor nicht nur fabelhaft schreiben kann, sondern auch herrlich illustrieren, ist dieser Hundekrimi mit vielen schwarz.weiß Illustrationen versehen, die uns die Protagonisten bildlich werden lassen und das Gelesene auflockern.

Über Wortwahl, Dialekt, Namensgebung … habe ich mich köstlich amüsiert. Über Fallgestaltung, Handlung und Verlauf … habe ich mich fesselnd unterhalten gefühlt.

Insgesamt finden wir 5 Kapitel auf 372 Seiten vor, sowie im Anhang ein Wörterbuch “Kastalonisch für Anfänger”. Schon das Cover ist so besondre sind eine wahrer Blickfang.

Ich habe mich bestens und fesselnd unterhalten gefühlt, vergebe somit sehr gerne 5 Sterne!

© esposa1969

 

5,0 von 5 Sternen     Rund um ein gestohlenes Backbuch

Von gaby2707       25. Juli 2015

Ex-Kommissar Spekulantius Bösenschreck will in der Zuckerbäckerei seiner Adoptiveltern für seine wasserballettgymnastiksüchtige Frau Barbarella einen Luggeleskäsekuchen besorgen. Im elterlichen Wohnzimmer sitzt sein Vater total verstört auf dem Sofa, der Safe steht offen. Keines der wertvollen Präzisiosen fehlt – bis auf das Familienbackbuch, das Allerwertvollste, was seine Familie besitzt. Bösenschreck sollte sich zwar im eigenen Interesse aus den Ermittlungen heraus halten. Trotzdem folgt er den wenigen Spuren, die sein Nachfolger Kriminaloberkommissar Butscher nicht sieht. Dabei ergeht es ihm manchmal hundeelend…

“Bärenklau” ist nach “Hasenpfeffer” der 2. Fall für Spekulantius Bösenschreck, einen Hund mit menschlichen Zügen und seiner sprichwörtlichen Spürnase. Auch alle anderen Mitwirkenden stammen aus dem Tierreich und werden im Vorspann mit ihrem Konterfei vorgestellt. So hatte ich während der Ermittlungen immer ein klares Bild der Protagonisten vor Augen.

Der unvergleichliche Sprachwitz gepaart mit Spannung und Humor machen das Lesen für mich zu einem absoluten Genuss. Dazu die Illustrationen, die verschiedenste Situationen der Geschichte darstellen – einfach genial.

Der Fall selbst wartet mit immer neuen Wendungen und Verwirrungen auf und lässt mich, genau wie KOK Butscher, auf immer neue Verdächtige reinfallen. Obwohl ich sehr viel geschmunzelt und auch mal laut gelacht habe, lässt die Spannung nichts zu wünschen übrig. Sogar einige nachdenkliche Momente finden hier ihren Raum.

Als Fan tierischer Kriminalsatire gibt es für mich nichts Besseres, wie die beiden Bücher mit ihren fantastischen Illustrationen von Ralf Waidinger. Ich freue mich schon heute auf eine Fortsetzung.

 

5,0 von 5 Sternen     Tierischer Mordsspaß um ein geklautes Backbuch

Von sommerlese     24. Juli 2015

Ex-Kommissar Bösenschreck musste aus kriminellen Gründen seinen Dienst bei der Kriminalpolizei aufgeben und hat es durch die Heirat mit Barbarella Piepenbringts zu einem ruhigen Leben in Wohlstand und Muße gebracht. Der Diebstahl des Familiengeheimnisses seiner Eltern in Form eines Backbuches weckt aber seinen Hundeinstinkt und sein Jagdtrieb erwacht zu neuem Leben. Leider erfolgt sein Handeln nicht mehr offiziell im Dienst der Polizei und das macht ihn ebenfalls zum Gejagten.

Wie auch sein erstes Buch Hasenpfeffer illustriert Ralf Waiblinger diesen Krimi mit eindrucksvollen Zeichnungen und verleiht seinen Büchern damit eine ganz besondere Note. Seine einzigartig gezeichneten Figuren leben förmlich und tragen deutliche Merkmale ihrer Charaktere und Gefühle. Das gibt ihnen schon menschliche Züge und schon ist die Satire perfekt. Nun können Berufsgruppen und Personen in Tiergestalt ungestraft Schwächen haben und durch den Kakao gezogen werden.

Es gibt ein einleitendes Tier-/Personenregister, welches ebenfalls mit Abbildungen versehen ist und sich als Wegweiser durch den Dschungel im Reich der Tiere anbietet.

Bärenklau geht gleich spannend los und eine raffinierte Krimihandlung lässt den Leser munter miträtseln wer denn nun der Täter sein könnte. Dabei gibt es einige unerwartete Wendungen und allerhand witzige Sprüche und Szenen, die gut unterhalten und einfach nur Spaß machen. Die Figuren agieren häufig genau so wie man es von ihren Tierinstinkten und Angewohnheiten her erwartet.

Waiblingers Schreibstil ist flott und unterhaltsam, denn er vermag es geschickt, anzügliche Namen zu erfinden bzw. tierische Eigenschaften so in Szene zu setzen, dass die Tiere vor dem Auge des Betrachters zu leben beginnen. Da suhlt sich das Schwein, ein stadtbekannter Zuhälter, da trabt Mähne schüttelnd das Pferd heran und die Hyäne geht genüsslich sabbernd ihrer Arbeit als Pathologe nach. So wird den Charakteren Leben eingehaucht und besondere Merkmale ihrer Tiergattung kommen gut zur Geltung.

Dabei gefällt mir vor allen Dingen die Mimik und eindeutige Körpersprache der dargestellten Tierfiguren, aber auch die Anspielungen auf die reale menschliche Welt im Medium Fernsehen oder Arbeitsalltag sind witzig gemacht. Dieser subtile Humor begeistert und läßt schmunzeln!

Ich hatte viel Spaß mit der tierischen Bande und dabei durchaus vergleichbare Menschen vor Augen. Das ist es was ich an dieser Satire so liebe!

Dieser originelle Krimi ist etwas ganz besonderes! Ausdrucksvolle Tierzeichnungen untermalen geschickt die Handlung und machen die verschiedenen Emotionen sichtbar. Diese Gabe ist ein Geschenk, welches Ralf Waiblinger dem Leser macht. Man muss nur zugreifen und lesen!

Volle 5 Sterne für diesen gelungenen wortwitzigen Tierkrimi!

 

5,0 von 5 Sternen     Wer hat das Geheimnis des Zuckerbäckers geklaut?

Von Elke Seifried     24. Juli 2015

Bärenklau ist bereits der zweite Hundskrimi um Ex-Kommissar Bösenschreck, für mich war es der erste und ich bin so begeistert, dass es sicher nicht mein letzter bleiben wird. Ich hatte keinerlei Probleme neu in die Geschichte einzusteigen, dafür sorgt schon die kurze Vorstellung inklusive tollem Bild von Börsenschreck und seinen Mitspielern gleich zu Beginn.

Ex-Kommissar Bösenschreck hat der Kriminalpolizei ja eigentlich den Rücken gewandt. Er hätte ja auch eigentlich, zumindest finanziell, ausgesorgt, seit er mit der wohlhabenden Barbarella Piepenbringts verheiratet ist. Doch dann geschieht das Unglaubliche, seine Eltern werden um den Familienschatz gebracht. Ohne jegliche Einbruchsspur wird das Allerheiligste der Bäckersfamilie aus dem Safe geklaut. Der etwas arbeitscheue Kommissar Butscher sieht keinen Anlass wegen einem verlegten schnöden Backbuches zu ermitteln. Bösenschreck kann seine Familie natürlich nicht im Stich lassen und er begibt sich auf die Jagd, bei der er letztendlich selbst zum Gejagten wird.

Dieser Krimi hat mich mit dem Cover gefangen genommen, bereits ab der ersten Seite gefesselt und dann über 375 Seiten aufs Beste unterhalten. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist einfach klasse.
Die Krimihandlung ist gut ausgeklügelt und ich war lange am Rätseln und Vermuten, dann war ich mir wieder sicher, so muss es gewesen sein, doch dann wurde meine Theorie wieder mit neuen Erkenntnissen widerlegt. Auch wenn man relativ schnell weiß, wer hinter dem Diebstahl des Familiengeheimnisses steckt, kommt mit zwei weiteren Morden, zahlreichen Verwicklungen und völlig überraschenden Wendungen wirklich nie Langweile auf.
Aber nicht nur die wirklich spannend aufgezogene Krimihandlung hat mich an das Buch gefesselt, sondern auch der humorvolle Grundtenor. Wirklich super gut haben mir die kleinen Spitzen gefallen. So wird zum Beispiel das ein oder andere Fernsehformat gehörig auf die Schippe genommen. Auch menschliche Schwächen werden von tierischen Darstellern hervorragend zur Schau getragen. Ein gefundenes Fressen für Freunde von verbalen Leckerbissen und subtilem Humor, damit wirbt der Autor und das trifft es in meinen Augen auch wirklich.

Ich bin immer etwas skeptisch, wenn Tiere mitspielen dürfen. Ich bin nicht so der Fan davon, wenn Tiere plötzlich mit Menschen reden können, aber hier ist die Tierwelt unter sich und die einzelnen Vertreter stehen ihren menschlichen Vorbildern wirklich in nichts nach. Ich finde die einzelnen Charaktere, die hier mitspielen, wirklich mehr als gelungen dargestellt. Fast wie in einer Fabel haben hier alle tierischen Mitspieler ihre ganz besonderen Eigenheiten. In meiner Gedankenwelt könnte man die Rolle eines Nachtclubbesitzers und Zuhälters kaum treffender als mit einem Herrn Schnallentritt, seines Zeichens Wildschwein besetzen. Auch als Zuckerbäcker eignet sich ein Herr Schokues oder später ein Hamster als Ersatz doch ganz vorzüglich. Wirklich gelitten habe ich mit Bösenschrecks Adoptiveltern, dem Ehepaar Margarina und Oblabert Koriander. Welch eine Tragödie muss es sein, wenn die geheimen Familienrezepte, die bereits Generationen überlebt haben, auf einmal fehlen? Wenn dann auch noch die Medienschau draus wird, das muss ein Weltuntergang sein. Wirklich beeindruckt war ich davon, wie sehr sich beide lieben. Bösenschreck ist ein wirklich pfiffiger Ermittler und bei seinen ausgeklügelten Methoden macht ihm so schnell niemand etwas vor. Schon gar nicht Kommissar Butscher, dem nachdem auch noch ein Mord passiert, nichts anderes übrig bleibt, als doch noch seine Hufe zu schwingen. Darin ist er als Hund natürlich nicht so gut. Neben seinen individuell abgewandelten Sprüchen sorgt er auch mit zahlreichen möglichen Mördern für die freie Auswahl beim Staatsanwalt. Prächtig amüsiert habe ich mich über die Zweckehe zu Barbarella, wenn er ihr mal wieder zum Wasserballett hinterher gedackelt ist, ging das wieder für ein Weilchen gut, zumindest bis zum nächsten kulturellen Topevent.

Das Sahnehäubchen bei diesem wirklich originellen Krimi sind die tollen Skizzen und Zeichnungen, die die Geschichte gelungen illustrieren. Ich bin wirklich begeistert von den detailverliebten Zeichnungen, die einzelne Szenen wirklich aufs Beste darstellen. Hut ab vor dem Multitalent Ralf Waiblinger, der neben guten Krimis schreiben auch noch das Zeichnen perfekt beherrscht.

Alles in allem begeisterte 5 Sterne für diesen Krimi der etwas anderen Art.